Allgemein · Ans Eingemachte (Rezensionen)

/Ans Eingemachte Spezial – 50 Jahre Carlsen Comics/: Reingeschnuppert in „Gaston“

André Franquin war einer der bekanntesten belgischen Comickünstler und ab den 1940er Jahren einer der Zeichner des „Spirou“-Magazins. In dieser Funktion erfand er 1957 den chaotischen Redaktionsboten Gaston, der bald regelmäßig seine Alltagsabenteuer auf einer ganzen Seite des Hefts erlebte. Seit 1981 erscheinen die „Gaston“-Comics bei Carlsen. Der Jubiläumsband enthält Nummer 9 und 10 der seit 2008 neu veröffentlichten „Gaston“-Bände.

Two-in-One Jubiläumsband von Carlsen Comics

Worum geht’s?

Es geht um den Redaktionsalltag in einem großen Verlag (in der deutschen Übersetzung ist hier vom Carlsen Verlag selbst die Rede), der immer wieder auf die verrücktesten Arten durch den ziemlich nutzlosen, aber einfallsreichen Redaktionsboten Gaston gestört wird.

Die meist einseitigen Geschichten beschäftigen sich mit Gastons grundsätzlicher Faulheit, seinen durchgeknallten Erfindungen, seinen Versuchen, irgendetwas zu reparieren oder seinen (Un-) Arten, sich die Langeweile zu vertreiben. Immer wieder schafft er es dadurch, wichtige Verträge zu verhindern, Kollegen zu verärgern oder das ganze Büro in Schutt und Asche zu legen.

Gezeichnet sind die Geschichten im Stil der École Marcinelle. Das heißt, Figuren und Objekte sind eher cartoonhaft, während Hintergründe weniger detailreich sind. Durch Bewegungslinien und dynamische, teil fette Schriften kann in einem Panel immer sehr viel gleichzeitig passieren und sehr eindrücklich dargestellt werden.

Wie fühlt sich’s an?

Zunächst mal: Ich mag diesen Funny-Stil echt gern. Ich finde ihn süß und witzig und  kann den Erfolg Franquins total nachvollziehen. Die Geschichten allerdings überzeugen mich in dieser Form nicht. Ich denke, dass die ursprüngliche Veröffentlichungsform als Teil eines Magazins genau die richtige für diese Art Comics war, denn mit etwas Abstand zwischen den einzelnen Storys kommt der Witz der Wiederholungen mit Sicherheit besser rüber, als zusammengefasst als Ganzes.

Auch bin ich bei den Übersetzungen etwas unsicher: Man hat hier versucht, einige Carlsen-Anspielungen in die Geschichten einzubauen, die für Kenner/Insider sicher witzig sind, aber dem Laien natürlich verborgen bleiben müssen.

Insgesamt entfaltet sich mir der Witz in diesem Doppelband leider nicht. Aber den Erfolg der Serie (vor allem zu ihrer Zeit!) kann ich trotzdem sehr gut nachvollziehen.

Reingeschnuppert! Weiterlesen? Auf mehr Geschichten von „Gaston“ kann ich zukünftig ganz gut verzichten, denke ich. Weitere Comics von André Franquin (oder sonstigen Vertretern der École Marcinelle) werde ich aber mit Sicherheit in Betracht ziehen!

Jean-Claude Mézières und Pierre Christin: Valerian & Veronique – Two-in-One / 96 Seiten / SC / 9,99 EUR / erschienen bei Carlsen

3 Kommentare zu „/Ans Eingemachte Spezial – 50 Jahre Carlsen Comics/: Reingeschnuppert in „Gaston“

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