Allgemein · Ans Eingemachte (Rezensionen)

/Ans Eingemachte/: „I Hate Fairyland, Volume One: Madly Ever After“ von Skottie Young

Eine bonbonfarbene Fantasiewelt und ein kleines grünhaariges Mädchen, das mit einer blutverschmierten Axt, irre grinsend auf dem Hut eines toten Pilzmännchens thront – als ich dieses Cover im Comicladen sah, ahnte ich schon, dass ich diese Serie vergöttern werde. Wie sehr, das zeigt sich jetzt.

Skottie Young_I Hate Fairyland 1

Worum geht’s?

Die zehnjährige Gertrude wünscht sich, in ein magisches Land „voller Lachen und Freude“ zu gelangen. Der Wunsch wird ihr erfüllt und sie landet in Fairyland. Dort angekommen trifft sie die Königin, die ihr die Aufgabe stellt, den Schlüssel zur Tür nach draußen zu finden, da sie sonst nie wieder zurück nach Hause kommt.

Gertrude macht sich gleich auf den Weg durch Fairyland. Doch statt einiger Tage dauert die Reise viele Jahre. Gertrude behält zwar stets ihr kindliches Aussehen, ihr Geist aber altert und dreht immer mehr durch. Die Geschichte setzt nach vollen 27 Jahren ein, in denen sie zu einer völlig durchgeknallten, blutrünstigen Protagonistin geworden ist, die über Leichen geht, um irgendwie das Land verlassen zu können.

Wie fühlt sich’s an?

Fairyland besteht aus knallbunten Landschaften, die aus Bonbons, Karamellsaucen, Pancakes und Ähnlichem bestehen. Die Bewohner sind sowohl verrückte Varianten klassischer Fabelwesen (Zombie-Faune, Einhorn-Centauren etc.), als auch gänzlich neue nette und grauenhafte Monster. Die Zeichnungen sind detailreich; voller schräger, morbider und lustiger Kleinigkeiten. Alles zusammen ergibt eine Optik wie ein super-spaßiges, aber extrem brutales und grelles Videospiel.

Die Story für sich genommen ist nicht wahnsinnig neu, aber sooo originell umgesetzt – den Leser erwarten lauter Twists und unerwartete Begegnungen. Außerdem sind die 128 Seiten gespickt mit Anspielungen auf die Popkultur, sodass man immer wieder amüsiert etwas Neues entdeckt und sich freuen kann.

Diese Kombination aus niedlicher Welt und brutalem Inhalt hat Skottie Young sicher nicht erfunden, aber doch absolut gelungen in Szene gesetzt. Und ich persönlich stehe echt drauf.

Es gibt außerdem unzählige absurd-witzige Situationen in diesem Band: Gertrude zum Beispiel flucht wie ein Kesselflicker, aber in Fairyland wird aus jedem Schimpfwort etwas wie „Mother Puffer“ oder „Fluff you!“ oder ähnlich verkorkste Versionen von Flüchen. Ihr zugeteilter Reisebegleiter ist eine Fliege namens Larrigon, die im Laufe der Zeit immer zynischer wird und dem Alkohol immer mehr zugetan ist – als Gertrudes Sidekick setzen Larrys Sprüche und Verhaltensweisen dem Witz noch das Sahnehäubchen auf.

Überhaupt sind alle Figuren in „I Hate Fairyland  – Madly Ever after“ gleichzeitig völlig gestört und liebenswert. Nicht, dass ich mit ihnen gern gefangen wäre, aber ICH WILL JETZT GLEICH ZURÜCK NACH FAIRYLAND!!!

Ein Zitat

Gertrude beschwert sich bei der Königin über ihr Dasein in Fairyland:

„My days are filled with endless amounts of bright colors no human eye should have to take in… While my nights are spent listening to the horrid lullabies of all the lands at the same MUFFIN FLUFFIN‘ TIME.“

Ein Comic für… Videospieler, Fans von Happy Tree Friends und allen Varianten von Alice im Wunderland

Nichts für… Neonallergiker, Menschen, die kein Blut sehen können, Diabetiker

  • Skottie Young: I Hate Fairyland Volume 1: Madly Ever After / 128 Seiten / SC (deutsch: HC) / 9,99 USD (deutsch: 14 EUR) / erschienen bei Image Comics (deutsch: Popcom)

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