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Süßes oder Saures! 6 (+1) Comics zu Halloween

Hexen, Gespenster, Vampire und allerlei düstere Gestalten: Am 31. Oktober ist Halloween. Trotz der Kritik an dem ursprünglich irischen Brauchtum – ich stehe auf den Zauber und den Grusel an diesem Tag! Deshalb gibt es hier schaurig-schöne Comicempfehlungen für jeden Geschmack. Hexe Halloween 2017

 

  1. Für Vergnügungssuchende

Zombillenium

Auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Preis für die beste Literaturverfilmung ausgezeichnet, bietet die Comicvorlage „Zombillennium“ kurzweilige Unterhaltung und vor allem Monster und Schreckgestalten jeglicher Art.

Aurélien hat gerade eine Trennung hinter sich und wird dann auch noch auf der Straße von einem Auto erfasst. Doch statt unter der Erde, findet er sich als untoter Zuckerwatte-Verkäufer in einem von Monstern betriebenen Vergnügungspark namens „Zombillennium“ wieder. Dort versucht er, irgendwie klarzukommen und herauszufinden, zu welcher Art Geschöpf der Nacht er eigentlich gehört. Neben den vielen anderen seltsamen Typen, die im Park arbeiten müssen, lernt er auch die geheimnisvolle und toughe Hexe Gretchen kennen (die zu meiner Freude auch noch ein Nine Inch Nails-Fan ist), welche eine besondere Rolle in dem ganzen Stück zu spielen scheint.

Schon die Aufmachung von Band 1 ist ein absoluter Hingucker: Auf dem Cover spiegelt sich in Gretchens Sonnenbrille die nächtliche Silhouette des Parks, ihre Lippen haben den richtigen Lipgloss-Lack abbekommen und das Vorsatzpapier zeigt das graue Gewerbegebiet mit dem Zombillennium im Nebel… Kurz: Es macht Spaß, sich diesen Comic anzuschauen! Das gilt auch für den Rest des Buches, obwohl die komplett mit Illustrator erstellten Bilder schon wirklich nicht mehr nach „Handwerk“ aussehen, sondern sehr clean und eben ein bisschen künstlich aussehen.

Nichtsdestotrotz überzeugt der Inhalt durch eine spaßige, schwarzhumorige Geschichte, schräge Figuren und eine supercoole Kulisse. Leichte Kost für jeden Monsterfreund und Kettenkarussell-Fahrer!

2. Für Anspruchsvolle

From Hell

Das Gegenteil von leichter Kost, aber mindestens genauso passend zu Halloween ist die Graphic Novel „From Hell“ von Alan Moore und Eddie Campbell. Hier mag der ein oder andere die Verfilmung mit Johnny Depp in der Hauptrolle kennen, aber lasst euch sagen: Das ist kein Ersatz.

In den meisten Fällen ist so eine literarische Vorlage ja komplexer und umfänglicher als ihre Verfilmung. Auf „From Hell“ trifft das noch sehr viel mehr als gewöhnlich zu: Es geht natürlich wie im Film um die bekannte, noch immer unaufgeklärte Mordserie des Jack the Ripper, aber gleichzeitig kann das Buch auch als Gesellschaftsstudie des viktorianischen Zeitalters gelesen werden. Es geht um Freimaurer-Verschwörungen, um die Machenschaften des britischen Königshauses, um Architektur-Geschichte, Prostitution und gesellschaftliche Konventionen der Zeit.

Das klingt anstrengend? Ist es zugegebenermaßen auch, aber dadurch kann man so richtig in eine vergangene Zeit eintauchen, dank des umfassenden Anhangs viel lernen und sich echt gruseln – was ist schon grausamer als die Wirklichkeit? Dasselbe gilt für die Zeichnungen: Sie sind sehr detailreich, schwarze Schraffuren dominieren die Seiten, wirken aber auch wie während des Geschehens schnell hinskizziert und daher schrecklich realistisch.

Man muss sich schon darauf einlassen und es aushalten, aber dann ist „From Hell“ die perfekte Halloween-Lektüre.

  • Alan Moore und Eddie Campbell / From Hell / 604 Seiten / HC / 49,80 EUR / Cross Cult
    (Abb: alte SC Ausgabe von Speed)

3. Für Serien-Junkies

The Walking Dead

Wo wir schon bei Verfilmungen sind: Seit mittlerweile sieben Jahren läuft die vielfach ausgezeichnete amerikanische TV-Serie „The Walking Dead“ im deutschen Fernsehen. Gerade läuft die achte Staffel auf FOX an. Wer noch einmal von vorn anfangen möchte oder gern die Vorlage kennenlernen möchte, dem sei die Comicserie von Robert Kirkman und Tony Moore empfohlen.

Der Polizist Rick Grimes wacht in einem völlig verwüsteten Krankenhaus aus dem Koma auf und stellt fest, dass er weit und breit der einzige Mensch ist. Allerdings lauern in jeder Ecke Untote auf ihn, die er bekämpfen muss. Ohne zu wissen, was sich in den letzten Wochen ereignet hat, macht sich Rick auf die Suche nach seiner Familie.

Der Comic kommt in realistischen Schwarz-Weiß-Zeichnungen daher und erzeugt dadurch genau den richtigen Grusel-Faktor: Könnte so eine Zombie-Apokalypse wirklich passieren? Wie würde man selbst darauf reagieren? Was macht die ständige Angst mit den Menschen? Auf wen kann man sich noch verlassen?
Solche zwischenmenschlichen und existentiellen Fragen kommen beim Lesen auf, sodass bei „The Walking Dead“ nicht nur Splatter-Fans auf ihre Kosten kommen.

  • Robert Kirkman und Tony Moore / The Walking Dead, Vol. 1 : Days Gone Bye ( deutsch: Gute alte Zeit)  / 144 Seiten / SC (deutsch: HC) / USD 14,99 (deutsch: EUR 16,-) /  Image Comics (deutsch: Cross Cult)

4. Für Superhelden-Fans

Batman

Klar, dass in dieser Liste mindestens ein Superheld auftauchen muss – und wer würde sich hier besser eignen, als der dunkle Ritter persönlich? Dass „Batman – The Long Halloween“ den Feiertag gleich im Titel trägt, macht diese Leseempfehlung perfekt: Gotham wird von einem Serienmörder heimgesucht, der, beginnend mit Halloween, zu jedem Feiertag einen Mord verübt.

Zwei verfeindete Mafia-Familien stehen im Zentrum der Morde, aber die gesamte Gothamer Unterwelt scheint irgendwie in die Verbrechen verwickelt zu sein. Da die Polizei mit der Mordserie überfordert ist, muss Batman mal wieder helfen und versuchen herauszufinden, was es mit dem Mörder, der „Holiday“ genannt wird, auf sich hat.

Ursprünglich ist diese Geschichte als monatliche Serie erschienen – unmöglich, mir auszumalen, einen ganzen Monat auf die Fortsetzung warten zu müssen! Es ist absolut spannend, mitzuerleben, wer alles verdächtigt wird und wie alle unsere liebsten Schurken mit drinzuhängen scheinen.

Die Zeichnungen gefallen mir persönlich nicht so besonders (zu wenig charakteristisch sind mir die Figuren und zu wenig Platz für Details wurde gelassen), sie passen allerdings gut zur Story: Düster, expressiv, viel Schatten, wenig Farbe.

Das Rätsel, um das es hier geht, ist aber ohnehin spannend und die Lösung trotz all der Hinweise überraschend genug, sodass der Zeichenstil sowieso zur Nebensache wird. Ich würde mich freuen, wenn die Gerüchte um eine TV-Serienadaption sich irgendwann mal bewahrheiten…

  • Jeph Loeb und Tim Sale / Batman: The Long Halloween (deutsch: Batman – Das lange Halloween) / 364 Seiten / SC / USD 24,99 (deutsch: EUR 29,99) / DC Comics (deutsch: Panini Comics)

Für Angsthasen

Schockschwerenot

Von Gotham nach Entenhausen ist es gar nicht weit, denn in „Schockschwerenot! Grausen in Entenhausen“ muss der maskierte Erpel Phantomias sich mit einem Sandmonster herumschlagen, dass es auf den Haferschleim-Produzenten Bruce Wain abgesehen hat.

Außerdem gibt es zwei zauberhafte Geschichten um meine Lieblings-Entendame Gundel Gaukeley, zudem noch Außerirdische, Seemonster, Werwölfe und Gespenster. Oh, und eine Minnie Maus, die sich darüber empört, dass sie „mal wieder das kleine dumme Ding“ geben muss. Und dann tatsächlich die wichtigste Person zur Lösung des Falls wird. Ha!

Klar, die 19 Geschichten sind nicht alle gleich lang und gleich gut. Man merkt ihnen auch ihre Herkunft aus den verschiedenen Jahrzehnten („Das Haus der sieben Gespenster“ stammt aus dem Jahr 1936!) etwas an – schade, dass man nicht bei allen nachvollziehen kann, wann und wo sie zuerst erschienen sind. Das hätte mich wirklich sehr interessiert.

Trotzdem hatte ich meine Freude an den Geschichten und kann das Buch gerade im Oktober sehr empfehlen: 500 Seiten Halloween-Lesespaß für alle, die sich nicht ganz so sehr gruseln wollen, denn natürlich geht bei Disney immer alles gut aus.

  • Enthologien Nr.27: Schockschwerenot – Grausen in Entenhausen / 512 Seiten / HC / EUR 15,- / Egmont Comic Collection

 

Für kleine Comicleser

Pepper Carrot

Kleinen Comiclesern wird „Pepper & Carrot“ bestimmt gefallen: Die kleine Hexe Pepper lebt mit ihrer Katze Carrot in einem Wald, fernab der restlichen Welt. Zusammen erleben sie einige Abenteuer, bei denen immer wieder Missgeschicke mit Zaubertränken oder Hexereien passieren. Das sorgt für viel Witz in den Geschichten, in denen ansonsten Freundschaft die größte Rolle spielt.

Die kurzen Episoden hängen zwar lose zusammen, aber man kann sie auch gut allein lesen – perfekt also für eine tägliche kleine Lese-Einheit.

Die Zeichnungen sind niedlich, fröhlich und bunt und versprühen durch die detailreichen und verspielten Hintergründe standesgemäß viel Magie. Dafür sind die Figuren eher klar und einfach gehalten und erinnern an Cartoons und Manga.

Ursprünglich von David Revoy als Web-Comic entwickelt, erscheint „Pepper And Carrot“ seit diesem Jahr als Albenserie bei Popcom.

  • David Revoy / Pepper & Carrot, Band 1: Der Flugtrank / 80 Seiten / HC / Popcom

 

7. Für alle, die nicht genug kriegen können

Noch mehr blutrünstige Action und schräge Kreaturen gewünscht? Dann klickt mal in meine Rezension zu „I hate Fairyland“ – viel Gewalt, etwas Grusel, garstige Gertrude!

 

 

 

 

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